Mit ANDRIVET stellt Emmanuel Andrivet den 3D-Druck in den Mittelpunkt des Entwurfsprozesses. Seine Fassungen zeigen offene Strukturen, weite Kurven und Details, die an die Natur erinnern. The Duke, The Flow und Chrysope bieten drei Interpretationen.
Emmanuel Andrivets Erfahrung
Emmanuel Andrivet arbeitet seit über dreißig Jahren mit 3D und hat unter anderem mit Cartier und Yohji Yamamoto Eyewear zusammengearbeitet. Seine auf der MIDO 2026 vorgestellte Kollektion umfasst Fassungen aus Polyamid und Titan.
Zu seinen genannten Einflüssen zählen die Natur, der Jugendstil und Gaudís Architektur. Diese Bezüge zeigen sich in der verzweigten Struktur von The Duke, den wellenförmigen Flächen von The Flow und den feinen Metallelementen von Chrysope. Jedes Modell entwickelt einen anderen Aspekt dieser Arbeit.
Die Rolle des 3D-Drucks
Der 3D-Druck ermöglicht komplexe Strukturen, deren Öffnungen, Verbindungen und Volumen Teil der Fassung sind. In der Kollektion wird auch der Raum um das Glas gestaltet: Der Rand kann sich verzweigen, verbreitern oder in ein Netz von Linien übergehen.
Beim Vergleich der Fotografien werden die Unterschiede deutlich. Durch die Struktur von The Duke kann man hindurchsehen. The Flow bündelt das Material in breiteren Flächen. Chrysope entwickelt seinen Charakter aus feinen Linien und kantigen Gläsern.
The Duke. Eine verflochtene Struktur
Bei The Duke liegt der Glasrand in einer zweiten Struktur, die sich oberhalb der Front und zu den Seiten hin öffnet. Kleine Verbindungen fügen die Teile zusammen und bilden in der schwarzen Variante ein markantes Geflecht.
Die Fassung besteht aus Polyamid aus dem 3D-Drucker und besitzt gerundete, dunkle Gläser. Schwarz betont die Konturen der Öffnungen, während der Rand um die Gläser eine kompakte Form behält. Dieses Verhältnis zwischen äußerer Struktur und Front bestimmt das Modell.

The Flow. Weite Kurven, kräftige Farben
The Flow hat eine 3D-gedruckte Polyamidfront mit wellenförmigen Oberflächen. Der Rand steigt über den runden Gläsern an und verbreitert sich zu den Bügeln hin. Der Steg verbindet beide Hälften in einer durchgehenden Kurve.
In der blauen Variante mit orangefarbenen Gläsern macht der Farbkontrast den Entwurf besonders wiedererkennbar. Die geschlossenen Flächen zeigen wechselnde Materialstärken, vor allem entlang der oberen Linie und an den Seiten der Front.

Chrysope. Titan folgt dem Glas
Chrysope schlägt eine andere Richtung ein. Die 3D-gedruckte Titanfassung folgt der länglichen, kantigen Glaskontur. Doppelsteg und Seitenelemente lassen große Öffnungen frei, während die orangefarbenen Gläser einen großen Teil der Front einnehmen.
Das feine Metall folgt der Form nach außen und biegt sich an den Rändern zu kleinen Verbindungen. Neben The Duke und The Flow zeigt Chrysope eine weitere Möglichkeit des Projekts: eine Fassung mit zurückhaltendem Mittelteil und aufwendiger gestalteten Seiten.

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Quellen und Bildmaterial
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