VAVA × Suzanne Ciani. Die Form des Klangs

VAVA × Ciani CL0018 Black, fotografia frontale della montatura

Bevor diese Zusammenarbeit zu einer tragbaren Form wird, verbindet sie zwei Ansätze: Suzanne Cianis Arbeit mit der Bewegung des Klangs und VAVAs Beschäftigung mit der Geometrie der Brille. Ihr gemeinsamer Bezugspunkt ist der Buchla mit seinen Modulen und farbigen Verbindungen. In der Kapselkollektion wird diese Welt zu Material, Volumen und Farbe.

Suzanne Ciani und der Buchla

Die Pionierin elektronischer Musik Suzanne Ciani hat den Buchla zu einem Mittelpunkt ihrer Klangarbeit gemacht. Bei diesem modularen Synthesizer lässt sich Klang durch Verbindungen zwischen den Bauteilen erzeugen und verändern. Der gewählte Signalweg ist ebenso wichtig wie die einzelnen Elemente und kann sich während einer Performance ändern.

Hinzu kommt das quadrophonische Hören mit Klang aus vier Richtungen um das Publikum. Beide Bezüge prägen die Zusammenarbeit mit VAVA: verbundene Teile und eine Erfahrung, die sich im Raum entfaltet. In unserer Lesart der Capsule machen wiederkehrende Geometrien und Farbkontraste diese Verwandtschaft sichtbar.

Farbe macht Verbindungen sichtbar

VAVA nennt die Kabel und Anschlüsse des Buchla ausdrücklich als Bezugspunkt. In unserer Betrachtung hilft die Farbe, die Konstruktion zu verfolgen: Sie lenkt den Blick auf einen Winkel, hebt ein Element hervor und verändert das optische Gewicht einer Fläche.

Die beiden Ausführungen der CL0018 zeigen diesen Unterschied, ohne dass sich das Modell ändert. Bei Black steht die Silhouette im Vordergrund; bei Red wird das Rot Teil des Ausdrucks. Blue und Purple der CL0019 verschieben den Vergleich erneut: Hier begleitet die Farbe eine stärker horizontale Front.

Das Material folgt der Form

VAVA verwendet für die in Deutschland gefertigte Capsule den 3D-Druck mit biobasiertem Polyamid. Zur Konstruktion gehören Scharniere aus Avional-Aluminium; für die Sonnenmodelle CL0019 und CL0021 nennt der Hersteller Barberini-Gläser.

Die gleichmäßigen Oberflächen richten den Blick auf Profil und Volumen. Ohne die Maserung und Transparenz von Acetat werden die Übergänge zwischen den Bauteilen besonders deutlich.

CL0018, CL0019 und CL0021: die Unterschiede

CL0018 ist in Black und Red vertreten. Die Schnitte der Front und die geometrischen Elemente an den Seiten machen den Bezug zum Instrument erkennbar. Zwei Farben ergeben unterschiedliche Ansichten derselben Konstruktion.

CL0019 in Blue und Purple betont mit seinem rechteckigen Profil die Horizontale. CL0021 Black Matte folgt einer eher quadratischen Form: Das Verhältnis von Breite zu Höhe verändert sich und damit auch die Fläche, die die Brille im Gesicht einnimmt. Die dunklen Gläser dieser beiden Sonnenbrillenmodelle wirken ebenfalls am Gesamteindruck mit.

VAVA führt CL0018 und CL0019 als Editionen mit jeweils 100 nummerierten Exemplaren, CL0021 als Edition mit 200. Diese vom Hersteller genannten Auflagen sind von der Verfügbarkeit einzelner Farben im Katalog zu unterscheiden.

Der Buchla, auch wenn die Musik verstummt

Die Verbindung zu Ciani bleibt interessant, wenn man die Fassung als Alltagsgegenstand betrachtet. Den Bezug zum Instrument zu erkennen, lädt dazu ein, die Beziehungen zwischen den Teilen genauer anzusehen: die Zwischenräume, die Winkel und die Art, wie Farbe Volumen verbindet oder voneinander abhebt.

Das interessiert uns an dieser Zusammenarbeit: eine Geschichte, die im Design der Brille erkennbar bleibt. Die Ausführungen der VAVA-Auswahl eröffnen einen persönlichen Zugang zum Projekt, ausgehend von einer bevorzugten Geometrie oder Farbe.

Quellen und weitere Informationen

VAVA × Ciani · VAVA · CL0019 · VAVA · CL0021

Die OCCHIO-Auswahl

Drei Geometrien von VAVA × Ciani

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